Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in der Morgendämmerung am Waldrand, die Luft ist kühl und feucht, und Sie warten auf den perfekten Moment, um ein seltenes Wildtier zu fotografieren. In diesem Moment ist Ihre Ausrüstung entscheidend – allen voran hochwertige Tarnplanen. Diese vielseitigen Begleiter sind weit mehr als nur einfache Abdeckungen; sie sind das Bindeglied zwischen Mensch und Natur, das unsichtbare Schutzschild gegen die Elemente und die Geheimwaffe für jeden Outdoor-Enthusiasten.
Ob Sie ein leidenschaftlicher Jäger, ein ambitionierter Naturfotograf oder ein Camper sind, der die ungestörte Wildnis liebt: Tarnplanen bieten Ihnen die Flexibilität, die Sie im Gelände benötigen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Materialien, die effektivsten Tarnmuster und worauf Sie beim Kauf achten sollten, um langfristig Freude an Ihrer Ausrüstung zu haben.
Warum Tarnplanen in der Outdoor-Welt unverzichtbar sind
Wer schon einmal versucht hat, ein Lager im Wald aufzuschlagen, weiß, dass leuchtend blaue oder grüne Standardplanen wie ein Fremdkörper wirken. Tarnplanen hingegen nutzen spezielle Camouflage-Muster, die die menschliche Silhouette aufbrechen und mit der Umgebung verschmelzen lassen.
Unsichtbarkeit und Schutz kombiniert
Der primäre Zweck von Tarnplanen ist die optische Täuschung. Durch die Verwendung von Erdtönen, Blattmustern und unregelmäßigen Flecken wird das Auge des Betrachters – sei es Tier oder Mensch – abgelenkt. Doch neben der Tarnwirkung erfüllen sie kritische Schutzfunktionen:
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Witterungsschutz: Sie halten Regen, Schnee und Wind zuverlässig ab.
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Ausrüstungsschutz: Teure Kameras oder Jagdutensilien bleiben trocken und staubfrei.
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Sonnenschutz: Hochwertige Modelle bieten einen UV-Schutz, der die Hitzeentwicklung unter der Plane reduziert.
Vielseitigkeit im Gelände
Eine gute Tarnplane ist ein echtes Multitalent. Sie dient als Notunterkunft (Tarp), als Bodenplane gegen aufsteigende Feuchtigkeit oder als Sichtschutz für den Ansitz. Durch ihr geringes Gewicht lassen sie sich problemlos im Rucksack verstauen und sind bei Bedarf in wenigen Minuten einsatzbereit.
Die verschiedenen Materialien von Tarnplanen im Vergleich
Nicht jede Plane ist für jeden Einsatz geeignet. Die Wahl des Materials entscheidet darüber, wie schwer die Tarnplanen sind, wie lange sie halten und wie wasserfest sie im Ernstfall wirklich reagieren.
Polyethylen (PE) – Der Preis-Leistungs-Sieger
PE-Planen sind die am weitesten verbreiteten Tarnplanen. Sie bestehen aus einem Gewebe, das beidseitig laminiert ist.
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Vorteile: Sehr leicht, preiswert und absolut wasserdicht.
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Nachteile: Sie rascheln bei Wind etwas stärker und sind weniger UV-beständig als schwere Materialien.
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Ideal für: Gelegentliche Camper und als kurzfristige Abdeckung für Brennholz oder Gartenmöbel.
PVC (Polyvinylchlorid) – Die robuste Profi-Lösung
Wenn es um extreme Langlebigkeit geht, führen keine Wege an PVC-basierten Tarnplanen vorbei. Dieses Material wird oft auch für LKW-Planen verwendet.
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Vorteile: Extrem reißfest, UV-stabil und über viele Jahre hinweg wetterbeständig.
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Nachteile: Deutlich schwerer als PE und oft teurer in der Anschaffung.
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Ideal für: Dauerhafte Unterstände, die Landwirtschaft oder den harten Einsatz im professionellen Forstbereich.
Polyester mit PU-Beschichtung – Der Outdoor-Allrounder
Viele hochwertige Tarps für Wanderer bestehen aus Polyester. Dieses Material bietet eine gute Balance zwischen Gewicht und Stabilität.
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Vorteile: Flexibel, geräuscharm und sehr gut zu packen.
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Nachteile: Die Beschichtung kann sich nach vielen Jahren intensiver Nutzung abnutzen.
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Ideal für: Trekking-Touren, Bushcrafting und Naturfotografie, bei der es auf jedes Gramm ankommt.
Tarnmuster: Welche Tarnplanen passen zu welcher Umgebung?
Ein Tarnmuster, das im tiefen Nadelwald perfekt funktioniert, kann in einer herbstlichen Wiese völlig deplatziert wirken. Deshalb gibt es Tarnplanen in einer Vielzahl von Designs.
Woodland – Der Klassiker für den Wald
Das Woodland-Muster ist der Standard für bewaldete Gebiete. Mit seinen grünen, braunen und schwarzen Flecken imitiert es das Licht- und Schattenspiel unter Bäumen. Diese Tarnplanen sind ideal für den Einsatz in Mitteleuropa von Frühjahr bis Spätsommer.
Flecktarn – Präzision durch Punktstruktur
Flecktarn (bekannt durch die Bundeswehr) nutzt kleine, ineinandergreifende Punkte in verschiedenen Grüntönen. Die Struktur ist darauf ausgelegt, Konturen besonders effektiv zu verwischen. Es ist eines der effektivsten Muster für dichte Mischwälder.
Desert und Sand – Für karge Landschaften
In trockenen Gebieten, auf Feldern nach der Ernte oder in sandigen Regionen sind braune und beige Tarnplanen die erste Wahl. Sie passen sich perfekt an helle Hintergründe an und verhindern, dass ein dunkler Fleck in der Landschaft die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Winter-Tarn – Schutz im Schnee
Weiße Grundtöne mit grauen oder schwarzen Akzenten sind das Merkmal von Winter-Tarnplanen. Wer bei Eis und Schnee unentdeckt bleiben möchte, kommt um dieses spezialisierte Muster nicht herum.
Praxistipps: So setzen Sie Tarnplanen effektiv ein
Der Kauf der richtigen Tarnplane ist nur der erste Schritt. Damit sie im Einsatz ihre volle Wirkung entfaltet, sollten Sie einige Kniffe beachten.
Die Vermeidung von künstlichen Formen
Die Natur kennt keine geraden Linien. Wenn Sie Ihre Tarnplanen aufspannen, achten Sie darauf, die Ränder unregelmäßig zu gestalten. Nutzen Sie natürliche Gegebenheiten wie Äste oder Büsche, um die Kanten der Plane zu kaschieren.
Achten Sie auf Geräuschentwicklung
Besonders bei der Jagd oder Tierbeobachtung ist Stille oberstes Gebot. Billige PE-Tarnplanen neigen dazu, im Wind zu peitschen oder zu rascheln.
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Tipp: Spannen Sie die Plane immer straff ab, um Windangriffsflächen zu minimieren.
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Profi-Trick: Ein über die Plane gelegtes Tarnnetz bricht nicht nur die Form weiter auf, sondern dämpft auch Geräusche durch Regen oder Wind.
Die richtige Befestigung dank Ösen
Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tarnplanen über verstärkte Ösen verfügen. Diese sollten idealerweise alle 50 bis 100 cm angebracht sein. Verwenden Sie elastische Spanngummis (Bungees) statt starrer Seile; das schont das Material bei plötzlichen Windböen und verhindert das Ausreißen der Ösen.
Tarnplanen für spezielle Anwendungsgebiete
In der Naturfotografie
Fotografen nutzen Tarnplanen, um sich kleine “Verstecke” (Blinds) zu bauen. Oft wird die Plane über ein Stativ oder direkt über den Fotografen geworfen. Hier sind atmungsaktive Materialien oder solche mit speziellen Sichtfenstern von Vorteil, damit sich keine Feuchtigkeit unter der Plane staut.
Beim Bushcraft und Survival
Für Survival-Experten ist die Tarnplane oft das wichtigste Ausrüstungsteil nach dem Messer. Sie dient als Dach, Regenauffangsystem oder Trage für Holz. In diesem Bereich wird meist auf ultraleichte Sil-Nylon oder Polyester-Planen gesetzt, die ein minimales Packmaß haben.
Schutz von Fahrzeugen und Ausrüstung
Ob Quad, Anhänger oder Forstmaschine – wer seine Geräte im Wald stehen lassen muss, schützt sie mit Tarnplanen nicht nur vor Rost, sondern auch vor Diebstahl durch Gelegenheitsdiebe, da die Geräte optisch mit dem Hintergrund verschmelzen.
Kaufberatung: Worauf Sie bei Tarnplanen achten sollten
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, gehen Sie diese Checkliste durch, um Fehlkäufe zu vermeiden:
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Einsatzzweck: Brauchen Sie die Plane für den Transport (leicht) oder für einen festen Standort (schwer/robust)?
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Wasserfestigkeit: Achten Sie auf die Angabe der Wassersäule oder das Flächengewicht (g/m²). Je höher das Gewicht bei PE/PVC, desto robuster sind die Tarnplanen.
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UV-Schutz: Ohne UV-Stabilisatoren werden Planen in der Sonne schnell spröde und reißen.
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Größe: Messen Sie den Bereich ab, den Sie abdecken wollen, und rechnen Sie mindestens 10 % Puffer für Überlappungen oder das Abspannen ein.
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Beschichtung: Beidseitig beschichtete Planen sind langlebiger und oft blickdichter.
Fazit: Tarnplanen als treue Begleiter in der Natur
Egal ob Sie sich vor dem Wetter schützen oder unentdeckt die Natur beobachten wollen – Tarnplanen sind ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der viel Zeit im Freien verbringt. Die richtige Kombination aus robustem Material, effektivem Muster und korrekter Anwendung macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem erfolgreichen Outdoor-Abenteuer und einer nassen Enttäuschung. Investieren Sie in Qualität, achten Sie auf die Details wie verstärkte Kanten und Ösen, und Ihre Tarnplane wird Ihnen über viele Jahre hinweg treue Dienste leisten.
Möchten Sie tiefer in die Welt der Outdoor-Ausrüstung eintauchen oder benötigen Sie eine spezifische Empfehlung für ein bestimmtes Tarnmuster? Ich helfe Ihnen gerne weiter!
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Tarnplanen
1. Wie reinige ich meine Tarnplanen am besten?
Die meisten Tarnplanen aus PE oder PVC lassen sich einfach mit lauwarmem Wasser und einer weichen Bürste reinigen. Vermeiden Sie aggressive chemische Reinigungsmittel, da diese die Beschichtung und die Tarnfarben angreifen können. Lassen Sie die Plane vor dem Zusammenlegen unbedingt vollständig trocknen, um Schimmelbildung zu verhindern.
2. Sind Tarnplanen komplett geräuschlos?
Keine Plane ist zu 100 % geräuschlos, aber Materialien wie Polyester oder spezielles Segeltuch sind deutlich leiser als steife PE-Gewebeplanen. Für maximale Stille empfiehlt es sich, die Tarnplanen sehr straff zu spannen oder zusätzlich mit einem textilen Tarnnetz zu kombinieren, welches Windgeräusche “schluckt”.
3. Was bedeutet die Angabe g/m² bei Tarnplanen?
Diese Angabe steht für Gramm pro Quadratmeter und gibt die Materialdichte an. Eine leichte Plane hat etwa 80–120 g/m², während sehr robuste Profi-Tarnplanen 250 g/m² oder sogar über 600 g/m² (LKW-Qualität) erreichen können. Je höher der Wert, desto reißfester und langlebiger ist die Plane.
4. Kann ich eine Tarnplane als permanenten Dachersatz nutzen?
Für eine dauerhafte Installation (mehrere Monate oder Jahre) sollten Sie ausschließlich schwere PVC-Tarnplanen verwenden. Diese sind UV-beständig und halten mechanischen Belastungen wie Schneelast oder dauerhaftem Wind deutlich besser stand als leichte PE-Varianten.
5. Warum verblassen manche Tarnplanen schneller als andere?
Das Verblassen liegt meist an einer fehlenden oder minderwertigen UV-Beschichtung. Da Tarnplanen oft in praller Sonne genutzt werden, zersetzt die UV-Strahlung die Farbpigmente. Hochwertige Planen sind “UV-stabilisiert”, was bedeutet, dass dem Material während der Herstellung Schutzstoffe beigemischt wurden, die diesen Prozess massiv verzögern.
